Schuldgefühle loslassen: Warum Pflege nicht perfekt sein muss
Viele pflegende Angehörige kennen das Gefühl, nicht genug zu tun – obwohl sie jeden Tag ihr Bestes geben. Schuldgefühle entstehen oft aus Liebe, Sorge und dem Wunsch, alles richtig zu machen. Doch perfekte Pflege gibt es nicht. Und sie ist auch nicht nötig.
1. Niemand kann alles leisten
Die Pflege eines Menschen mit Demenz ist anspruchsvoll und verändert sich ständig. Es ist normal, dass nicht jeder Tag gelingt, dass Geduld fehlt oder man sich überfordert fühlt. Diese Momente sagen nichts über die Qualität der Liebe oder Fürsorge aus.
2. Realistische Erwartungen entlasten
Angehörige verlangen häufig mehr von sich selbst als von anderen. Wer akzeptiert, dass Pflege Grenzen hat, kann Belastung besser annehmen – und Druck abbauen. „Gut genug“ ist in der Pflege völlig ausreichend.
3. Hilfe annehmen ist kein Versagen
Unterstützung durch Pflegedienste, Tagespflege, Angehörigengruppen oder Freunde ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche. Sie schützt die eigene Gesundheit und verbessert langfristig auch die Betreuung des Angehörigen.
4. Eigene Bedürfnisse zählen
Selbstfürsorge ist kein Egoismus. Wer Pausen macht, schläft, isst, lacht oder Zeit für sich nimmt, sammelt Kraft. Das wirkt sich positiv auf die Beziehung zum Pflegebedürftigen aus.
5. Wertschätzung statt Selbstkritik
Es hilft, bewusst wahrzunehmen, was man jeden Tag schafft: trösten, organisieren, begleiten, zuhören, da sein. Kleine Erfolge verdienen Anerkennung – auch die eigenen.

