Wenn Betroffene Realität und Fantasie vermischen
Menschen mit Demenz erleben ihre Umwelt oft anders als wir. Erinnerungen, Träume und aktuelle Eindrücke können sich vermischen. Für Betroffene fühlt sich das jedoch real und wahr an. Aussagen wirken für Außenstehende manchmal unlogisch oder erfunden – sind aber Ausdruck der Erkrankung, nicht Absicht.
Warum passiert das?
Durch Veränderungen im Gehirn wird es schwieriger, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden.
Typisch ist zum Beispiel:
- frühere Lebensphasen werden als aktuell erlebt
- verstorbene Personen „sind noch da“
- Orte oder Situationen werden falsch eingeordnet
Das Gehirn „füllt Lücken“ – oft mit vertrauten Erinnerungen.
Wie äußert sich das im Alltag?
- „Ich muss zu meinen Eltern“ (obwohl diese längst verstorben sind)
- Geschichten, die so nie passiert sind
- Verwechslung von Personen
- feste Überzeugungen, die sich nicht korrigieren lassen
Wichtig: Für die betroffene Person ist das keine Lüge, sondern ihre Realität.
Wie sollte man reagieren?
Nicht korrigieren oder diskutieren
Widerspruch führt häufig zu Verunsicherung oder Streit.
Gefühle ernst nehmen
Statt Fakten zu erklären, lieber auf die Emotion eingehen:
„Du vermisst deine Mutter, oder?“
Sanft umlenken
Das Gespräch behutsam in eine andere Richtung führen oder ablenken.
Sicherheit geben
Ruhige Worte, Nähe und vertraute Umgebung helfen, wieder Halt zu finden.
Was Angehörige wissen sollten
Das Vermischen von Realität und Fantasie kann belastend sein. Es erfordert Geduld und ein Umdenken:
Nicht die „richtige“ Realität ist entscheidend, sondern das Wohlbefinden der betroffenen Person.
Fazit
Wenn Menschen mit Demenz Realität und Fantasie vermischen, ist das Teil der Erkrankung. Ein einfühlsamer Umgang, der Gefühle ernst nimmt statt zu korrigieren, hilft dabei, Vertrauen zu erhalten und den Alltag ruhiger zu gestalten.

