Finanzielle Absicherung bei Demenz-Worauf Betroffene und Angehörige achten sollten
Eine Demenzerkrankung bringt nicht nur gesundheitliche Herausforderungen mit sich, sondern auch finanzielle Belastungen. Frühzeitige Planung ist deshalb entscheidend, um Sicherheit für Betroffene und Angehörige zu schaffen.
Pflegeversicherung als Basis
In Deutschland übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung einen Teil der Kosten für Pflegeleistungen. Je nach Pflegegrad (1–5) werden Zuschüsse für ambulante Pflege, stationäre Betreuung oder Hilfsmittel gezahlt. Wichtig: Ein rechtzeitiger Antrag bei der Pflegekasse ist erforderlich.
Zusätzliche private Absicherung
- Pflegezusatzversicherung: Deckt Lücken, die die gesetzliche Pflegeversicherung nicht übernimmt. Es gibt verschiedene Modelle (Pflegetagegeld, Pflegekosten-, Pflegerentenversicherung).
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Bei frühzeitiger Erkrankung vor Renteneintritt wichtig – schützt vor Einkommensausfall.
- Unfall- und Krankenzusatzversicherungen können ergänzend helfen, etwa bei Reha-Maßnahmen.
Rechtliche Vorsorge
- Vorsorgevollmacht: Bestimmt, wer im Krankheitsfall finanzielle und rechtliche Entscheidungen treffen darf.
- Patientenverfügung: Regelt medizinische Wünsche für den Fall, dass die eigene Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt ist.
- Betreuungsverfügung: Legt fest, wer vom Gericht als rechtlicher Betreuer eingesetzt werden soll, falls keine Vollmacht vorliegt.
Sozial- und Steuerleistungen nutzen
- Pflegegeld und Pflegesachleistungen: Direkte finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse.
- Entlastungsbetrag: 125 € monatlich für Betreuung oder haushaltsnahe Dienstleistungen.
- Steuerliche Vergünstigungen: Pflegekosten und außergewöhnliche Belastungen können steuerlich geltend gemacht werden.
- Wohngeld oder Sozialhilfe: Falls das Einkommen nicht ausreicht.
Praktische Tipps
- Frühzeitig alle Versicherungen und Verträge prüfen und anpassen.
- Familienrat einberufen: Gemeinsam über Finanzen und Zuständigkeiten sprechen.
- Beratung nutzen: Pflegestützpunkte, Verbraucherzentralen und Sozialverbände bieten unabhängige Unterstützung.

