Erinnerungen bewahren: Biografiearbeit und Erinnerungskisten
Bei Menschen mit Demenz rücken Erinnerungen oft in den Hintergrund. Biografiearbeit hilft, wichtige Lebensmomente lebendig zu halten – und stärkt die Identität des Betroffenen. Erinnerungskisten oder -alben können dabei eine wertvolle Unterstützung sein.
1. Was Biografiearbeit bedeutet
Biografiearbeit sammelt persönliche Erfahrungen, Gewohnheiten und Lebensgeschichten. Sie kann in Gesprächen, mit Fotos oder alltäglichen Gegenständen stattfinden. Das hilft, vertraute Gefühle zu wecken und Orientierung zu geben.
2. Die Erinnerungskiste
Eine Erinnerungskiste enthält Dinge, die emotional bedeutsam sind:
- Fotos aus der Kindheit oder Jugend
- Urlaubsmitbringsel
- Lieblingsmusik
- kleine persönliche Gegenstände
Diese Gegenstände können beruhigen, Freude bringen und Gespräche anregen.
3. Positive Momente stärken
Gemeinsames Anschauen von Fotos, das Hören alter Lieder oder das Berühren vertrauter Dinge schafft Nähe. Erinnerungen müssen nicht vollständig erzählt werden – oft zählt der emotionale Moment.
4. Alltag individuell gestalten
Biografische Informationen helfen Angehörigen und Pflegekräften, Bedürfnisse besser zu verstehen: Was beruhigt? Was macht Freude? Welche Gewohnheiten sind wichtig?
So kann der Alltag persönlicher und sicherer gestaltet werden.
5. Ein Stück Identität bewahren
Erinnerungsarbeit wertschätzt das Leben des betroffenen Menschen und stärkt sein Selbstgefühl – auch dann, wenn Worte schwerfallen.

