Nonverbale Kommunikation verstehen: Gestik, Mimik und Tonfall

Menschen mit Demenz verlieren im Verlauf der Erkrankung zunehmend die Fähigkeit, sich über Worte auszudrücken. Was bleibt, ist die Sprache ohne Worte – die nonverbale Kommunikation. Sie kann Brücken bauen, wo Sprache nicht mehr ausreicht.

👀 Mimik – das Gesicht spricht

Ein Lächeln, ein Stirnrunzeln oder ein fragender Blick – die Mimik verrät oft mehr als Worte.

  • Freundliche, offene Gesichtsausdrücke schaffen Vertrauen.
  • Ein ruhiger, zugewandter Blick signalisiert Aufmerksamkeit.
  • Ein hartes oder gestresstes Gesicht kann dagegen Unruhe auslösen.

Tipp: Blickkontakt halten, aber nicht starren – das vermittelt Sicherheit.

🤲 Gestik – Hände sagen mehr als Worte

Viele Menschen mit Demenz verstehen Handbewegungen und Berührungen besser als gesprochene Sätze.

  • Zeigegesten helfen bei Orientierung („Hier ist dein Platz“).
  • Sanfte Berührungen an Arm oder Hand können beruhigen.
  • Ruhige Bewegungen wirken entspannend – hektische Gesten eher verwirrend.

Tipp: Bewegungen sollten langsam und klar sein, damit sie verstanden werden.

🎵 Tonfall – wie etwas gesagt wird

Der Tonfall ist entscheidend: Menschen mit Demenz spüren, ob jemand geduldig, freundlich oder angespannt ist.

  • Eine ruhige, warme Stimme vermittelt Sicherheit.
  • Zu laute oder schnelle Sprache kann Angst oder Abwehr hervorrufen.
  • Kleine Pausen zwischen den Sätzen helfen beim Verstehen.

Tipp: Auch wenn Worte nicht verstanden werden – die Stimmung der Stimme wird immer wahrgenommen.

Angela Preiss
Author: Angela Preiss

Fortbildung Alltagsbegleiter in der Demenzbetreuung, Fortbildung Gerontophsychiatrische Fachkraft