Stressbewältigung für pflegende Angehörige

Die Pflege eines Menschen mit Demenz ist erfüllend, aber auch körperlich und emotional belastend. Viele Angehörige stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück – oft zu lange. Eine gute Selbstfürsorge ist jedoch kein Luxus, sondern wichtig, um langfristig gesund und stabil zu bleiben.

1. Eigene Grenzen erkennen

Pflegende merken Stress oft erst spät. Warnsignale können Erschöpfung, Schlafprobleme, Gereiztheit oder das Gefühl sein, „funktionieren zu müssen“. Es hilft, bewusst innezuhalten und die eigene Belastung ehrlich einzuschätzen.

2. Pausen fest einplanen

Regelmäßige Auszeiten sorgen dafür, dass Kraft und Geduld erhalten bleiben. Schon kleine Pausen – ein kurzer Spaziergang, ein Kaffee in Ruhe, ein Telefonat mit einer Freundin – können spürbar entlasten.

3. Unterstützung annehmen

Pflege muss keine Einzelleistung sein. Entlastung bieten:

  • ambulante Pflegedienste
  • Tagespflege
  • Kurzzeit- oder Verhinderungspflege
  • Angehörigengruppen oder Online-Austausch

Wer Hilfe annimmt, stärkt nicht nur sich selbst, sondern auch den gepflegten Menschen.

4. Den eigenen Körper pflegen

Ausreichend Schlaf, Bewegung und ausgewogene Ernährung wirken Stress entgegen. Kleine Rituale wie Atemübungen, Dehnen oder wohltuende Musik helfen, Anspannung abzubauen.

5. Emotionale Entlastung

Gefühle wie Traurigkeit, Überforderung oder Wut sind normal. Ein offenes Gespräch mit vertrauten Personen, Beratungsstellen oder psychologischer Unterstützung kann helfen, diese Gefühle zu sortieren.

Angela Preiss
Author: Angela Preiss

Fortbildung Alltagsbegleiter in der Demenzbetreuung, Fortbildung Gerontophsychiatrische Fachkraft