Umgang mit herausforderndem Verhalten in der Pflege

Herausforderndes Verhalten wie Unruhe, Aggression, Rückzug oder wiederholte Fragen kommt bei Menschen mit Demenz häufig vor. Wichtig ist zu verstehen: Dieses Verhalten ist meist ein Ausdruck von Bedürfnissen – nicht von Absicht.

1. Ursachen erkennen

Auslöser können Schmerzen, Angst, Überforderung, Hunger, Müdigkeit oder Reizüberflutung sein. Auch Veränderungen im Alltag oder unbekannte Situationen verstärken Unsicherheit.

2. Ruhe und Sicherheit vermitteln

Ein ruhiger Tonfall, langsame Bewegungen und klare, kurze Sätze helfen, Spannung abzubauen. Blickkontakt und eine offene Körperhaltung geben Orientierung.

3. Gefühle ernst nehmen

Nicht korrigieren oder diskutieren, sondern Gefühle spiegeln:

„Du wirkst unruhig“ oder „Das macht dir gerade Angst“. Anerkennung wirkt oft beruhigender als sachliche Erklärungen.

4. Ablenken und umleiten

Musik, Bewegung, vertraute Gegenstände oder eine andere Tätigkeit können helfen, belastende Situationen zu entschärfen.

5. Eigene Grenzen beachten

Pflegende dürfen Hilfe annehmen und Pausen machen. Überforderung wirkt sich negativ auf beide Seiten aus.

Fazit

Herausforderndes Verhalten ist Kommunikation. Mit Verständnis, Ruhe und angepassten Strategien lassen sich viele Situationen entschärfen – zum Wohl aller Beteiligten.

Angela Preiss
Author: Angela Preiss

Fortbildung Alltagsbegleiter in der Demenzbetreuung, Fortbildung Gerontophsychiatrische Fachkraft