Umgang mit nächtlichem Umherwandern bei Demenz

Nächtliches Umherwandern ist bei Menschen mit Demenz keine Seltenheit. Betroffene stehen auf, laufen durch die Wohnung oder wollen das Haus verlassen. Für Angehörige ist das oft sehr belastend und mit Sorge um die Sicherheit verbunden. Wichtig ist zu verstehen: Dieses Verhalten hat meist nachvollziehbare Ursachen.

Warum kommt es dazu?

Der Tag-Nacht-Rhythmus ist bei Demenz häufig gestört. Zusätzlich können folgende Gründe eine Rolle spielen:

  • Orientierungslosigkeit
  • innere Unruhe oder Bewegungsdrang
  • Angst oder Unsicherheit in der Nacht
  • Schmerzen oder körperliches Unwohlsein
  • alte Gewohnheiten (z. B. „zur Arbeit gehen wollen“)

Für die Betroffenen fühlt sich das Verhalten oft sinnvoll an.

Was im Alltag helfen kann

  • tagsüber für ausreichend Bewegung sorgen
  • feste Tagesstrukturen einhalten
  • abends Ruhe und klare Abläufe schaffen
  • auf anregende Aktivitäten oder viel Schlaf am Tag verzichten
  • leichte Abendmahlzeiten bevorzugen

Ein geregelter Tagesablauf unterstützt einen besseren Schlaf.

Sicherheit in der Nacht

  • Stolperfallen entfernen und Wege gut beleuchten
  • Nachtlichter einsetzen
  • Türen sichern oder mit Orientierungshilfen versehen
  • eventuell Klingeln oder Bewegungsmelder nutzen

Ziel ist Sicherheit, ohne unnötige Einschränkungen.

Richtig reagieren, wenn es passiert

  • ruhig bleiben und nicht erschrecken
  • sanft ansprechen und Orientierung geben
  • begleiten statt zurückdrängen
  • gegebenenfalls beruhigend wirken (leise sprechen, Nähe geben)

Fazit

Nächtliches Umherwandern ist oft Ausdruck von Unruhe, Angst oder gestörtem Schlafrhythmus. Mit Verständnis, Struktur und passenden Sicherheitsmaßnahmen lässt sich das Risiko reduzieren und der Alltag für alle Beteiligten entspannter gestalten.

Angela Preiss
Author: Angela Preiss

Fortbildung Alltagsbegleiter in der Demenzbetreuung, Fortbildung Gerontophsychiatrische Fachkraft