Wenn Betroffene misstrauisch oder eifersüchtig werden
Wenn Betroffene misstrauisch oder eifersüchtig werden
Misstrauen oder Eifersucht gehören zu den herausfordernden Verhaltensweisen bei Demenz. Betroffene äußern zum Beispiel den Verdacht, bestohlen zu werden, oder reagieren eifersüchtig gegenüber nahestehenden Personen. Für Angehörige ist das oft verletzend und belastend. Wichtig ist: Dieses Verhalten ist Teil der Erkrankung – nicht persönlich gemeint.
Warum entstehen Misstrauen und Eifersucht?
Durch die Veränderungen im Gehirn fällt es Betroffenen schwer, Situationen richtig einzuordnen. Erinnerungen fehlen oder werden falsch verknüpft. Das führt zu Unsicherheit und kann Ängste auslösen.
Häufige Ursachen:
- Gedächtnislücken („Wo ist mein Geld?“)
- Orientierungslosigkeit
- Verlust von Kontrolle
- Angst, ersetzt oder verlassen zu werden
- Missverständnisse im Alltag
Für die Betroffenen fühlen sich diese Gedanken real an.
Richtig reagieren im Alltag
Ein ruhiger, verständnisvoller Umgang ist entscheidend:
- nicht widersprechen oder diskutieren
- Gefühle ernst nehmen („Ich verstehe, dass dich das beunruhigt“)
- Sicherheit und Nähe vermitteln
- ruhig erklären, ohne zu belehren
- bei Bedarf sanft ablenken
Es geht weniger darum, „Recht zu haben“, sondern Vertrauen zu geben.
Praktische Hilfen
- feste Plätze für wichtige Gegenstände schaffen
- gemeinsam Ordnung halten
- wichtige Dinge sichtbar oder nachvollziehbar aufbewahren
- regelmäßige Routinen beibehalten
- bei Eifersucht bewusst Nähe und Zuwendung zeigen
Eigene Gefühle ernst nehmen
Vorwürfe oder Misstrauen können sehr verletzend sein. Es ist wichtig, sich selbst zu schützen, Unterstützung zu suchen und über die eigenen Gefühle zu sprechen.
Fazit
Misstrauen und Eifersucht bei Demenz entstehen aus Unsicherheit und Angst. Mit Geduld, Verständnis und klaren Strukturen lässt sich das Verhalten oft entschärfen. Ein wertschätzender Umgang stärkt das Vertrauen und erleichtert den Alltag für alle Beteiligten.

