Wiederholtes Aufräumen oder Umräumen bei Demenz
Viele Menschen mit Demenz räumen Dinge immer wieder um, sortieren Gegenstände neu oder „verstecken“ sie an ungewöhnlichen Orten. Für Angehörige kann das verwirrend oder anstrengend sein. Doch hinter diesem Verhalten steckt meist kein Chaos, sondern ein inneres Bedürfnis nach Ordnung, Sicherheit oder Beschäftigung.
Warum passiert das?
Im Verlauf der Demenz gehen Orientierung und Erinnerungsvermögen verloren. Betroffene versuchen oft, sich selbst Struktur zu geben oder Kontrolle zurückzugewinnen.
Mögliche Gründe:
- Bedürfnis nach Ordnung und Kontrolle
- innere Unruhe oder Langeweile
- Suche nach etwas Vertrautem
- Unsicherheit in der Umgebung
- frühere Gewohnheiten (z. B. Hausarbeit)
Wie äußert sich das im Alltag?
- Gegenstände werden ständig neu sortiert
- Dinge verschwinden und tauchen an ungewöhnlichen Orten wieder auf
- Schränke werden immer wieder ein- und ausgeräumt
- wichtige Dinge werden „sicher“ versteckt
Für Betroffene ergibt das oft einen Sinn – auch wenn es von außen unlogisch wirkt.
Wie sollte man damit umgehen?
Nicht kritisieren oder verbieten
Das Verhalten erfüllt für die betroffene Person einen Zweck.
Verständnis zeigen
Ruhig bleiben und akzeptieren, dass dies Teil der Erkrankung ist.
Struktur anbieten
Feste Plätze für wichtige Dinge helfen (z. B. Schlüssel, Brille).
Sichere Beschäftigung ermöglichen
Sortieraufgaben oder einfache Tätigkeiten können sinnvoll sein:
- Wäsche zusammenlegen
- Gegenstände sortieren
- Schubladen ordnen
Wichtige Dinge sichern
Dokumente, Geld oder Medikamente sollten sicher aufbewahrt werden.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Wenn das Verhalten stark zunimmt oder mit Unruhe verbunden ist, kann das ein Hinweis auf:
- Überforderung
- Angst oder Stress
- fehlende Beschäftigung
Dann lohnt es sich, die Situation genauer zu betrachten und anzupassen.
Fazit
Wiederholtes Aufräumen oder Umräumen ist kein „Fehlverhalten“, sondern ein Ausdruck innerer Bedürfnisse. Mit Verständnis, Struktur und passenden Beschäftigungen lässt sich der Alltag entspannter gestalten – für Betroffene und Angehörige.

